Bildung - Förderung - Sinneswahrnehmung

 

Kinder lernen vor allem durch Ausprobieren und Nachahmen. Sie brauchen verlässliche Bindungspersonen und andere Kinder, um sich zu entwickeln und soziale Erfahrungen zu machen, sowie einen angemessenen Wechsel von Aktivität und Ruhe.

Schon die Allerkleinsten können sich selbstbestimmt handelnd mit ihrer Umwelt auseinandersetzen.  Lernen und Sinnes- bzw. Körpererfahrung sind hier unmittelbar miteinander gekoppelt.

Kleine Kinder erfahren die Welt vor allen Dingen über ihre Sinne. Zur Schulung ihrer Sinneswahrnehmung sollten Kinder vielfältige Anregungen erhalten, die Ihnen Spaß und Freude bereiten, und die Möglichkeit erhalten, ihre Umwelt im geschützten Rahmen spielerisch zu erkunden.

Durch Waldspaziergänge bei Wind und Wetter, Barfußlaufen, Toben durch das Herbstlaub und Basteln mit unterschiedlichen Materialien (Blätter, Moos, Rinde, Äste, Papier, Laub, Knete, Fingerfarbe etc.) werden ihre Sinne spielerisch angeregt. Mit selbst gesammelten Naturmaterialien können sie experimentieren, wodurch sie gleichzeitig ihre motorischen Fähigkeiten trainieren.

Zur Entwicklung emotionaler und sozialer Kompetenz benötigen Kinder sowohl liebevolle Zuwendung und Körperkontakt, als auch die Möglichkeit und die Rahmenbedingungen, mit anderen Menschen (Kindern und Erwachsenen) Beziehungen einzugehen und in einen sozialen Austausch zu treten.

Die Sprachentwicklung der Kinder wird unter Berücksichtigung ihrer Bedürfnisse, Interessen und der individuellen Entwicklung durch sprechen, singen, Bewegungs- und Fingerspiele sowie durch Vorlesen und Reime gefördert.

Zu aktuellen, jahreszeitlichen Themen finden regelmäßig kreative Angebote statt. Hier ist das Erlebnis natürlich wichtiger als das Ergebnis!

Die Lage nahe der Innenstadt ermöglicht es zudem, dass die Kinder auch das städtische Leben in seiner Vielfalt und mit seinen Einrichtungen und Angeboten erleben. In Einkäufe auf dem Wochenmarkt werden Kinder altersgerecht einbezogen. Die vielfältigen Farben, Gerüche und Geräusche stimulieren die Sinneswahrnehmung und später wird gemeinsam ausgepackt, gefühlt und probiert!
 

 

Naturerlebnisse

  

Der Aufenthalt im Freien ist ein wichtiger und täglicher Bestandteil meiner Arbeit. Dabei werden die Grob- und Feinmotorik gefördert, dem Bewegungsdrang der Kinder stattgegeben, das Immunsystem gestärkt und die Wahrnehmung gefördert. Regelmäßig verbringen wir den gesamten Vormittag im Wald, Dort können sich die Kinder ausgiebig mit verschiedenen Naturmaterialien beschäftigen:

Blätter, Äste, Zapfen, Kastanien, Eicheln, Bucheckern, Gras, Hecken, Büsche, Pfützen, Matsch, Erde, Steine, Sand, Kies.

Wir suchen im Wald unterschiedliche Orte auf, an denen die Kinder verschiedene Erfahrungen sammeln und eigene Ideen umsetzen können:

Den "Rutschehügel", Lichtungen mit hohem Gras, den See oder die im Naturschutzgebiet gelegene Grube Cox, das im Dickicht gelegene Ästelager, die Baumschaukel, den Bachlauf und die Brücken, die darüber führen, die Weide mit den Heidschnucken und den Hühnerhof.

Wir können hier die unterschiedlichsten Tiere beobachten:

Vögel, Eichhörnchen, Käfer, Ameisen, Würmer, Insekten, Schnecken, Libellen, Eidechsen, Frösche, Kaulquappen, Fische, Schwäne, Kaninchen, Schmetterlinge, Bienen, Pferde, Hunde, Katzen, Schafe, Hühner...

Die Kinder lernen Tiere in ihrem Lebensraum kennen und können im Garten Pflanzen vom Keimen über die Blüte bis zur Frucht beobachten. Dabei entwickeln sie ein Verständnis für biologische Lebensprozesse, Ebenso regt die Natur zu kreativem Spielverhalten mit den verschiedenen Materialien an. Kinder können hierbei vor allem Sinneserfahrungen sammeln. Sehen, Riechen, Hören, Schmecken und Tasten sind von großer Bedeutung, um den eigenen Körper und die Umwelt wahrzunehmen. Im Sommer können diese Sinneserfahrungen durch barfußlaufen unterstützt werden.

  

Zeit für Bewegung - Zeit zum Selbermachen

  

Nicht nur das Leben von uns Erwachsenen, sondern auch das Leben unserer Kinder ist immer schneller geworden. Ich habe mir zur Aufgabe gesetzt, das Leben der Kinder ein Stück weit zu entschleunigen.

Dazu gehört, dass ich uns für Aktivitäten und alltägliche Situationen wie Essen, An- und Ausziehen immer sehr viel Zeit einräume. Gleichzeitig biete ich den Kindern angemessene, ihrem Alter entsprechende Hilfestellung an, damit sie ihre Selbständigkeit bzw. Motorik entwickeln können, ohne sich dabei überfordert zu fühlen.

Indem die Kinder in ihren Fähigkeiten bestärkt werden und dort unterstützt werden, wo sie noch Schwierigkeiten haben, wird ihr frühes Bedürfnis, selbstbestimmt zu handeln, gefördert. Erfolgserlebnisse und die Möglichkeit, altersgerechte eigene Entscheidungen zu treffen (z.B. was und mit wem sie spielen möchten) stärken ihr Selbstbewusstsein.

Wege werden nach Möglichkeit zu Fuß bewältigt. Auch hier ist es wichtig, viel Zeit einzuplanen, um nicht in Zeitdruck zu geraten. Im Garten und im nahegelegenen Wald können die Kinder (fast) ungehindert ihrem Bewegungsdrang nachgehen.


 

Bücher und Medien

  

Für die sprachliche Entwicklung ist das Vorlesen von großer Bedeutung, aber auch Phantasie und Vorstellungsvermögen werden dadurch geschult. Das gemeinsame Vorlesen z.B. zum Beginn der Mittagsruhe stärkt die Bindung und das Zusammengehörigkeitsgefühl,

Auch aktuelle Themen wie z.B. der Jahreszeitenwechsel werden durch themenbezogene Vorlesegeschichten oder Anschauen von Bilderbüchern zu diesem Thema vorbereitet bzw. verarbeitet. So eignen sich Kinder ganz nebenbei spielerisch Wissen an. Individuelle Themen wie z.B. ein bevorstehender Wechsel in die KiTa oder die Geburt eines Geschwisterchens werden mit den Kindern auf diese Weise besprochen, um Ängste bzw, Ungewissheiten abzubauen.

Für die Kleineren sind Bilderbücher ein wichtiger Baustein für die Sprachentwicklung. Durch wiederholtes Anschauen und Benennen von einfachen Bildern werden die Worte verinnerlicht.

Computer- und bildschirmgestütztes Lernspielzeug ist bei uns nicht vorhanden. Diese Systeme sind auf frontale Wissensvermittlung ausgelegt und für Kleinkinder ungeeignet.

Der Fernseher wird tagsüber nicht angeschaltet.

CDs mit Kinderliedern werden nur gezielt zur Unterstützung (z.B. Bewegungslieder) und nicht zur "Dauerberieselung" eingesetzt. So können Kinder ihre Kapazitäten auf die Dinge konzentrieren, mit denen sie sich gerade beschäftigen.