Freispiel - Rollenspiel - Gruppenverhalten

 

Durch Beobachten, Nachahmen, Ausprobieren und Wiederholen lernen Kinder verschiedenste Fähigkeiten.

Im Freispiel haben sie die Möglichkeit, zu wählen:

  • Womit und wie lange sie sich beschäftigen möchten.

  • Ob sie dies alleine oder mit einem Partner tun möchten.

  • Wo sie sich dabei aufhalten möchten.

  • Ob sie in das Geschehen um sie herum eingreifen möchten oder ob sie auch einfach mal "nichts" tun und das Geschehen beobachten möchten.

 

Beim freien Spiel wird die Phantasie der Kinder gefördert. Sie lernen, Wünsche und Bedürfnisse zu äußern sowie die eigenen Grenzen und die Grenzen anderer in Erfahrung zu bringen. 

Durch Nachahmen probieren Kinder verschiedene Rollen aus und lernen so, sich in andere Personen hineinzuversetzen. Dabei entwickeln sie ihre eigene Persönlichkeit. Sie lernen, sich in eine Gruppe zu integrieren und sich im alltäglichen Miteinander zu behaupten, gegenseitigen Respekt und Verständnis sowie Geduld und Rücksichtnahme zu entwickeln und zu schulen. Die Suche und Austragung verschiedener gewaltfreier Konflikte wird hier im geschützten Rahmen erprobt. 

Lernerfahrungen werden im freien (Rollen-)Spiel  durch eigenen Antrieb erlebt und durch Wiederholungen vertieft. Anweisungen spielen hierbei eine untergeordnete Rolle, denn die Aktivitäten werden hauptsächlich durch Eigenimpulse der Kinder gesteuert. Durch das Erleben und Verarbeiten positiver, aber auch negativer Erfahrungen, werden soziale Bindungen auf- und ausgebaut. Durch die eigengesteuerte schöpferisch-kreative Tätigkeit werden die eigene Neugier gestillt, die Welt entdeckt und Sozialkompetenz entwickelt. 

 

Rituale - Grenzen - Regeln

  

Rituale vermitteln Kindern Sicherheit, da sie sich auf das immer Wiederkehrende verlassen können. Im Tagespflegealltag finden Rituale ständig statt. Schon das Ankommen in der Tagespflegestelle wird ganz schnell zum Ritual:

  • Begrüßung

  • Hereinkommen

  • Schuhe, Jacke, Mütze ausziehen

  • Socken anziehen

  • Mama/Papa verabschieden

 

  

Im Laufe des Tages begegnen wir unter anderem diesen Ritualen:


  • Ankommen und die anderen Kinder begrüßen

  • Morgensnack

  • Spaziergang

  • Freispielzeit

  • Aufräumen vor dem Mittagsessen

  • Wir wünschen uns einen guten Appetit

  • Vorleserunde vor dem Mittagsschlaf

  • Wickeln und Umziehen

  • Einstimmen auf das Abholen

  • Verabschiedung


In allen Alltagsaktivitäten finden sich immer wieder Rituale. Sie versichern dem Kind, dass seine Umwelt beständig und seine Bindungspersonen verlässlich sind. 

Besondere Rituale sind Geburtstage, Jahreszeitenfeste oder Abschiedsfeiern, die bei uns ausgiebig vorbereitet und gefeiert werden.

In einer Gesellschaft müssen wir uns auch an Regeln halten. Sie versichern uns ein harmonisches Miteinander. Lernen Kinder altersgerechte Regeln als Rituale kennen, fällt es ihnen leichter, diese anzunehmen. Sie erkennen die Grenzen, innerhalb derer sie sich frei und sicher bewegen können. Natürlich gehört auch dazu, Regeln beugen und Grenzen austesten zu wollen. Schließlich muss man sich ja zwischendurch vergewissern, dass die Welt noch so funktioniert wie bisher und die Sicherheit vermittelnden Grenzen noch unverändert existieren!